Farn

Erfolgreiche «Tage der Natur» am Bürgenberg

11.07.2021

Ob Alpenbock, Samtfusskrempling, Hermelin oder Kartäuserfarn, kein Tier, keine Pflanze und auch kein Pilz blieb am 18. und 19. Juni am Bürgenberg unentdeckt und unbenannt, denn 55 Expertinnen und Experten für Fauna und Flora forschten am «Tag der Natur 2021» in Nidwalden.

Der Anlass stand ganz im Zeichen der Biodiversität. Die Forscherinnen und Forscher waren schon am Freitag aus der ganzen Schweiz angereist, um während des Wochenendes voller Tatendrang und freiwillig am Bürgenberg möglichst viele Arten nachzuweisen. Mit starken Lupen bewaffnet konnten die Moosforscher, Dutzende von Moosarten benenne, wo der Laie nur verschieden grüne Pölsterchen erkennt. Mit Ultraschalldetektoren entdeckten die Fledermausforscher «Grosse Mausohren», «Braune Langohren» und «Zweifarb-Fledermäuse». Die Schmetterlingsforscher jagten mit flatternden Netzen den Faltern nach oder versuchten sie nachts mit speziellen Lampen anzulocken; …und die Ornithologen staunten nicht schlecht, als sie am Sommerhimmel einen durchziehenden Gänsegeier entdeckten.

Eingeladen war auch die Bevölkerung: Am Samstag gingen die rund 250 Besucher mit den Forschenden auf Tuchfühlung. Auf acht Exkursionen liessen sie sich beispielsweise von Philipp Noger in die Welt der Hummeln entführen oder gingen mit Seraina Klopfstein, einer Spezialistin des Naturhistorischen Museums Basel auf «Schlupfwespenpirsch».

Die ortsansässigen Naturschutzorganisationen, die Patentjäger, und die Landwirte hatten beim «Senkel» einige attraktive Stände aufgebaut, wo sich die Besucher über Biodiversitäts-Themen informieren, aber auch Wildbienen-Nisthilfen basteln, oder Wildstauden für den heimischen Garten erstehen konnten.

Am Samstagabend wurde dann eine vorläufige Bilanz gezogen. Regierungsrat Sepp Niederberger liess es sich nicht nehmen, das «Schlussbouquet» zu eröffnen. Er dankte den angereisten Forschern aber auch den Naturschutzorganisation für die Organisation des sehr gelungenen Anlasses. Anschliessend stellten die Forscher mittels einer ad-hoc zusammengestellten Präsentation die interessantesten Funde und Ergebnisse vor. In kurzer Zeit wurden als 1100 Arten gefunden, darunter auch etliche Erstfunde für den Kanton Nidwalden. Da viele der Insekten, Moose, Schnecken und Pilze erst daheim unter einer starken Binokularlupe in mühsamer Kleinarbeit bestimmt werden können, dürfte diese Zahl im Verlauf der nächsten Monate aber noch deutlich wachsen.

Viele Landschaftsteile rund um den Bürgenberg werden intensiv landwirtschaftlich genutzt und einige der für die Tier- und Pflanzenwelt besonders attraktiven Sonnenhänge sind inzwischen überbaut. Besonders erfreulich ist es deshalb, dass am und um den Bürgenberg, auch einige Seltenheiten bis heute überlebt haben. So die Zaunammer, ein wärmeliebender Singvogel oder der Mittlere Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, die im Gnappiried einen ihrer letzten Rückzugsorte hat.