Lebensraumaufwertung beim Friedhof Stansstad
Beim Friedhof Stansstad entsteht auf knapp 2000 m² eine artenreiche Lebensraum-Oase für Amphibien, Libellen und viele weitere Arten – und zeigt, wie viel ökologisches Potenzial selbst kleine Flächen im Siedlungsraum bergen können.
Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Stansstad haben dabei nicht nur selbst mit angepackt, sondern sich auch vertieft mit den neuen Bewohnern des Areals auseinandergesetzt: Ihre Tiersteckbriefe zu den Arten, die sich künftig hier heimisch fühlen sollen, sind in der Bildergalerie ganz unten zu finden.
Am Rande der Siedlung Stansstad, eingeklemmt zwischen Friedhof, Hauptstrasse und einem viel begangenen Fussweg, liegt eine unscheinbare Grünfläche von knapp 2000 m². Wer genau hinschaut, entdeckt mehr: einen imposanten Altbaumbestand mit Buchen, Linden und Eichen, einen ehemaligen Tümpel mit Schilfbestand, feuchte Wiesenbereiche und einen Boden, in dem lehmige Schichten und schotterige Zonen abwechseln. Kurz: eine Fläche mit grossem ökologischem Potenzial – so entstand, initiiert von Pro Natura Unterwalden in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde und dem Büro UTAS das Projekt zur Lebensraumaufwertung.
In Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde Stansstad und dem Büro UTAS wurde hier eine gezielte Lebensraumaufwertung lanciert. Das Ziel ist es, aus dieser durchschnittlichen Grünfläche einen artenreichen Hotspot zu machen – einen Ort, der Amphibien, Libellen, Reptilien und viele weitere Arten anzieht und als ökologischer Trittstein im Siedlungsraum wirkt. Dafür werden standortfremde Gehölze wie Kirschlorbeer, Forsythie und Fichten entfernt, der wertvolle Altbaumbestand hingegen erhalten. Durch gezielte Terrainveränderungen entstehen nasse und trockene Zonen, kleine Weiher werden angelegt, und das gesamte Schnittholz bleibt als Totholz, Asthaufen und Strukturelement auf der Parzelle.
Doch das Projekt hat eine zweite, ebenso wichtige Dimension: Es ist auch ein Lernort geworden. Mit Schaufeln, Rechen und Arbeitshandschuhen rückten die Jugendlichen der Oberstufe Stansstad an und legten – über mehrere Halbtage hinweg – selbst Hand an. Angeleitet von ihren Lehrpersonen Jürgen Träger und Thomas Heller sowie dem Projektteam stapelten sie Äste zu Dauerasthaufen, schichteten Stämme zu Totholzstapeln, verteilten Steine auf offenen Flächen und halfen bei der Bepflanzung der kleinen Weiher. Bald wird auch ein Wildbienenhotel mit im Werkunterricht gestalteten Elementen bestückt – ein sichtbares Zeichen dafür, dass hier neues Leben einzieht.
Neben der körperlichen Arbeit war es vor allem ein Projekt der Umweltbildung. Die Jugendlichen erfuhren, warum Totholz für unzählige Kleinstlebewesen unverzichtbar ist, wie Amphibien und Reptilien Strukturen im Gelände nutzen und dass selbst kleinste Eingriffe grosse ökologische Wirkung entfalten können. Naturschutz findet nicht irgendwo in fernen Wäldern statt – er beginnt vor der eigenen Haustür, manchmal direkt neben dem Friedhof, und manchmal mit schmutzigen Händen und müden Armen.
Das Projekt zeigt, wie gut sich ökologische Aufwertung und schulisches Engagement verbinden lassen. Pro Natura Unterwalden möchte deshalb Schulen in der Region ermutigen: Wer mit einer Klasse einen Natureinsatz leisten möchte, darf sich gerne bei uns melden. Gemeinsam finden wir ein passendes Projekt – damit Kinder und Jugendliche Natur nicht nur im Schulzimmer lernen, sondern draussen mit allen Sinnen erleben und aktiv mitgestalten können.